Mit seiner Arbeit "Socotra" nimmt Claudius Schulze den Betrachter mit auf eine visuelle Reise zu einer Insel im Indischen Ozean, die unter zahllosen Sternen des Tropenhimmels und abgeschieden in gefährlichen Gewässern liegt. Die Fotografien lassen die Entbehrungen und Bedrohungen auf einem Eiland erahnen, das von Seeräubern auf der Suche nach Beuteschiffen heimgesucht wird. Die Bilder erkunden einen fantastischen aber auch mörderischen Ort, überwuchert mit wunderlichen Pflanzen, bewohnt von Einheimischen und von Scheichs regiert.
Inseln waren nie nur ein "ringsum von Wasser (...) umgebenes Stück Land" (Der Duden) - vielmehr ist der Begriff mit Vorstellungen, Gefühlen und Mythen geladen. Wir sehen Eilande durch das Prisma der Erzählungen - fiktiv oder sachlich - jener Abenteurer und Seefahrer die aufbrachen nach ihnen zu suchen, sie zu erobern und zu besiedeln.
Socotra stellt Fragen über die Geschichte von Abenteuer und Erkundung. Die Bilder von Claudius Schulze handeln nicht nur von der jemenitischen Insel Socotra - sondern auch von der Kulturtradition, von Mythen und Klischees die in unseren Köpfen mit der Idee Insel verbunden sind.
Claudius Schulze zeigt die Bilder von der Insel Socotra erstmalig in Ausstellungsform in Deutschland. Die Arbeit ist auch als Fotobuch mit zahlreichen Texten erschienen. Das Buch ist in der Galerie erhaltlich oder kann über das Internet bezogen werden.
Claudius Schulze kam nach dem Studium der Politik- und Islamwissenschaften in Hamburg und Istanbul zur Fotografie. Nach einem Master in Dokumentarfotografie und Fotojournalismus lebt er nun als freier Fotograf in Brüssel und Istanbul.
Foto: (c) Claudius Schulze